Schulbücher in Bayern
Das Bayrische Schulsystem hat seit eh und je den allerbesten Ruf im Bundesvergleich. Obwohl einzelne Punkte hin und wieder, vor allem bei den Wahlkämpen zur Diskussion stehen, zeigte sich doch bei der zweiten nationalen Bildungsstudie Pisa im Jahr 2005, dass der Freistaat im Landesvergleich als Sieger hervorgeht. Dieses Ergebnis wird auch 2010 noch gehalten, wie aus einer Überprüfung der Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch, die das Berliner Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) durchführte, hervorgeht. Die Schüler aus Baden-Württemberg und Bayern gehen wieder als Leistungsbeste aus der Studie hervor. Da fragt man sich natürlich immer wieder was “die anderen falsch machen”. Im folgenden wird im Vergleich besonders auf das Thema Bayrische Schulbücher eingegangen. Grundsätzlich wird es, wie in den meisten Bundesländern, den Schulen freigestellt welche Lehrmittel eingesetzt werden. Daher ist oftmals das selbe Lehrbuch des Cornelsen oder Klettverlags in Bayern wie in Hessen zu finden. Mit der Lehrmittelfreiheit geht man in der Bayrischen Landesregierung allerdings etwas selbstsüchtiger um. Die Lehrmittelfreiheit in Bayern hat keinen ausdrücklichen Verfassungsrang. Es gibt keine Gratis Bücher, die Eltern der bayrischen Grundschüler müssen ein Büchergeld von 20€ bezahlen, für die Schüler der weiterführenden Schulen sind es dann schon 40€. Immerhin bekommen sie dann doch ein Grundgesetz und eine Ausgabe der Bayrischen Verfassung geschenkt, damit sie auch den Artikel 131 der Freistaats-Verfassung, Absatz 2 über die nicht so ganz freie Religöse Ansicht im Lande lesen können: “Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.” Dieser Artikel hat das Bayrische Kultusministerium im Juli letzten Jahres in eine etwas peinliche Situation gebracht. Einige bibeltreue Lehrer beschwerten sich über den Inhalt eines Textes der US-Autorin Susan Jacoby über christliche Fundamentalisten in den USA, als eine anti-intellektuelle, gefährliche Bewegung. Der Text war im Englisch-Lehrbuch “Context 21″ zu finden. Es sollte als Lektüre für die Oberstufe geprüft werden, als sich IDEA, ein Portal zugehörig zu einer Evangelsichen Allianz, einer Dachorganisation von Freikirchen und pietistischen Gruppierungen sich bei der Pressestelle des Ministeriums stark machte und zusammen mit einigen Lehrkräften, die die Schrift für “unerträglich” hielten, tatsächlich die Ablehnung des Lehrbuchs durchsetzten. Der Pressesprecher Herr Ludwig Unger hatte einiges zu retten. Die Bayrische Landesregierung macht Zugeständnisse an fundamentalistische Christen, während das Lehrbuch in anderen Bundesländern wie in Thüringen und Sachsen ohne irgendwelche Abänderungen in den Lernalltag übernommen wurde.







